Als Galeristin, bin ich auch Sammlerin und Besucherin von Kunst. Um meine Philosophie und meinen Spaß an der Kunst zu teilen, betreibe ich folgenden Blog:

Female GAZE

Die weibliche Betrachtung.

My motto was: Buy a picture a day – and I lived up to it.“ Peggy Guggenheim

Mich interessiert wie Frauen Ästhetik wahrnehmen und vor allem auf Kunst schauen, Kunst machen, Kunst schätzen, kaufen oder verwerfen. Dabei ist es nicht wichtig, wie sich der Female GAZE im Kontrast zum Male Gaze verhält. Er kann sich durchaus ähneln. Und sowohl Männer als auch Frauen hatten schon immer Dinge angeschaut und wahrgenommen. Der einzige Unterschied bestand seit jeher in den Machtverhältnissen, die es Männern ermöglichten mit ihrer Sichtweise und Betrachtung die Kunstwelt zu prägen. Sowohl als Künstler, als auch als Sammler. Ausnahmen hat es immer gegeben. Frauen haben sich als Künstlerinnen inzwischen etabliert und sind über ihre Tätigkeit als bloße Zeichenlehrerin an Kunstschulen schon weit hinausgewachsen. Auch Sammlerinnen gab es bereits in den Zwanziger Jahren, wenn man an Peggy Guggenheim und Gertrude Stein denkt. Sie haben die junge Kunst der klassischen Moderne international gefördert und geprägt. Trotzdem muss man von Ausnahmeerscheinungen sprechen.

Der Kunstmarkt wird nach wie vor überwiegend von Männern gemacht. Dennoch erobern Frauen langsam, aber stetig auch diese Domäne. Inzwischen schmücken sich Auktionshäuser wie Christies oder Sothebys mit Auktionatorinnen und Galerien werden immer häufiger durch Frauen geführt. Sammlerinnen hingegen nehmen einen zu kleinen Raum in der Kunstwelt ein. Unter den Top 10 der Kunstsammler, befinden sich gerade Mal zwei Frauen.

Kunst ist nicht nur eine Frage der Ästhetik oder der gesellschaftlichen Relevanz, sondern auch eine des Wertes. Das Gefüge Kunst wird durch die Beziehung zwischen dem Künstler/ der Künstlerin, der Galerie, beziehungsweise dem Auktionshaus oder dem Museum und dem Sammler gestaltet. Umso essentieller ist es, dass Frauen sich auch auf den Pfad des Sammelns begeben.

Welche Bereicherung ist es, dass Frauen jetzt, mit ihrer Wahrnehmung auch die Kunstszene gestalten können? Welche Aspekte der Kunst werden unter weiblichem Einfluss verstärkt? Und da Kunst auch immer revolutionär sein kann: welche Veränderungsprozesse in der Wahrnehmung werden durch den weiblichen Einfluss angeschoben?

Der Female GAZE widmet sich der weiblichen Betrachtung von aktuellen Ausstellungen, Künstlern und der Ästhetik zeitgenössischer Akteure der Artworld und auch ausgesuchte Kunstschaffende der klassischen Moderne.

Ich will die Lust und Freude an der Kunst, nicht nur in der Betrachtung, sondern auch im Prägen dieser Welt wecken.

Dabei stelle ich nicht nur Frauen, die Kunst schaffen vor, sondern natürlich auch Männer. Da ich eine Frau bin, aus einem weiblichen Blickwinkel.

Ich besuche Ausstellungen, Auktionen, Kunstfestivals. Ich stelle Künstlerinnen und Künstler vor und lade dazu ein, in den Dialog zu gehen:

Was ist der Female GAZE?